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Referate / Seminare

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Zahntechniker aus Korea lernen in Bensheim neue Berufstechniken und die Bergstraße kennen.
Bensheim:
„Jetzt nehmen wir langsam Kurs auf die blaue Spitze“, erklärte der Bensheimer Zahntechniker Dieter Schulz, während er mit grünem Wachs einen Teil eines Backenzahnes modellierte. Seine Zuhörer, acht Kollegen aus Korea, beugten sich neugierig über seinen Arbeitsplatz und verfolgten gebannt jeden seiner Schritte. Dann durften sie selbst ans Werk gehen.

Dieter Schulz wollte ihnen auf dem Dental Workshop Bensheim die Grundlagen der von ihm entwickelten Naturgemäßen Aufwachstechnik (NAT) und der Natur- und Funktionsgerechten Rekonstruktion (NFR) nahebringen.

Die koreanischen Gäste haben einiges auf sich genommen, um an diesem Workshop teilzunehmen. „Ich habe mein Labor für eine Woche geschlossen und verdiene in dieser Zeit kein Geld“, erzählte Kwang-Geun Lee. Trotzdem wollten er und die anderen unbedingt nach Deutschland kommen. „Hinter der Methode steht eine ganze Philosophie“, meine Seung-Mi Jeong, die auch als Übersetzerin fungierte.

Sie schwärmte auch noch vom Seminar, das Schulz im Oktober in Korea abgehalten hatte. Dort wollten sich 560 Teilnehmer über diese Technik informieren. Zu diesem Workshop in Bensheim durften jedoch nur acht Zahntechniker mitfahren. Die ersten Bewerber bekamen den Zuschlag. Doch Schulz will die Zusammenarbeit mit Korea und ebenso mit Japan vertiefen. Im Herbst hält er dort wieder Seminare und Workshops.

„Wir wollten in der Lage sein, Zahnersatz herzustellen, der nicht mehr vom Zahnarzt korrigiert werden muss“, meinte Schulz. „Und das schaffen wir mit NAT und NFR.“ Die Technik basiert auf dem Konzept, dass Zähne möglichst naturgetreu restauriert werden. Dabei spielt eine gute Team-Arbeit zwischen Techniker und Zahnarzt eine große Rolle.

Der Arzt muss nämlich Bewegungsaufzeichnungen der Patienten erstellen, damit die Zähne ganz individuell auf ihn abgestimmt werden können. Dann modelliert der Zahntechniker mit Wachs den jeweiligen Zahn, der anschließend in Metall gearbeitet wird und dem Patienten eingesetzt werden kann.

Allerdings wird dieser Zahnersatz nicht von der Krankenkasse übernommen. Die Patienten müssen den Zahn aus eigener Tasche bezahlen. Und das kostet mindestens doppelt so viel, wie eine Kassenkrone.

Obwohl Schulz bereits seit 12 Jahren nach seiner Methode arbeitet, ist sie in Deutschland noch nicht sehr weit verbreitet. Doch gerade in Holland, Spanien oder Italien, wo Schulz ebenfalls zahlreiche Seminare gehalten hatte, wird mit NAT und NFR gearbeitet. Und auch Korea und Japan sollen demnächst folgen.

„Bensheim ist zwar nur eine Kleinstadt, aber durch diese Theorie wird sie in der ganzen Welt berühmt“, prophezeite Seung-Mi Jeong. Sie hält die Methode von Schulz zwar nicht gerade für einfach, doch trotzdem will sie sich in ihrer Heimat dafür einsetzen, dass sie an den entsprechenden Schulen gelehrt wird. „Das ist Zahnersatz, der funktioniert wie die natürlichen Zähne“.

Und wie genau der konstruiert werden muss, das demonstrierte Schulz an einem Gebiss. Dies setzte er dann immer mal wieder in einen Simulator ein, der Ober- und Unterkiefer darstellen sollte. So konnte er sehen, ob der Zahn optimal modelliert wurde.

Jeden Schritt erklärte er ganz genau und die Workshop-Teilnehmer setzten das Gelernte gleich anschließend an einem eigenen Versuchs-Gebiss um.

Neben dem Workshop wird auch noch etwas deutsche Kultur auf dem Programm stehen. Eine Fahrt in den Odenwald ist ebenso geplant wie eine Weinprobe mit Bergsträßer Rebensaft. om